Informationen von Pater Prier aus Indonesien

Pater Karl-Edmund Prier SJ ist gestorben

In den frühen Morgenstunden des 21. Januars 2024 erfuhren wir im Seelsorgeteam durch seine Familie vom Tod Pater Karl-Edmund Priers SJ im Alter von 86 Jahren in Yogyakarta, Indonesien. Gelöst und voller Zuversicht ist er nach einem von und mit Gott erfüllten Leben für die christliche Gemeinschaft  in Indonesien nun endgültig zum Herrn gegangen. Wir sind der Familie in herzlicher Anteilnahme verbunden und bitten um das Gebet für P. Karl-Edmund Prier.
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Pater Prier +21.01.2024
Weihnachtsbrief 2023
Yogyakarta, den 15. Dezember 2023
Liebe Verwandte und Freunde, 
Ein Jahr mit vielen up and downs geht zuende. Einige “ups”: Meine Autobiographie, die waehrend der Pandemie entstanden ist,wurde fertig. Im Juli bekam ich eine Nachfolgerin als Leiter des Musikzentrums. Von der staatlichen Hochschule fuer Kunst erhielt ich den Ehrentitel “DrHc” fuer meine 30jaehrige Taetigkeit als Dozent. Zusammen mit meinen Mitbruedern machten wir Ferien auf den Karimunjawa-Inseln.  Die Zuammenarbeit mit der nationalen Liturgiekommission, die seit vielen Jahren auf Eis
lag, beginnt Fruechte zu tragen. Mein lang gehegter Wunsch, die Eindruecke von den Reisen durch Indonesien zu dokumentieren, wird Schritt fuer Schritt wahr. 
Aber es gab auch “downs”: Mein Haemoglobinwert ist im Keller, wodurch mein Koerper geschwaecht ist; meine Beine haben Wassereinlagen, wodurch mein Gehen erschwert wird; mein rechtes Handgelenk ist laediert durch einen Fall, wodurch ich behindert bin beim Duschen, beim Schreiben mit dem PC und Handy. - Aber mit 86 Jahren darf ich mich nicht beklagen. 
Soweit von mir. Im Februar 2024 wird der neue Praesident gewaehlt; das Wahlfiber ist voll im Gang. Anders als in Deutschland und anderswo haben wir in Indonesien guten Nachwuchs: 15 Novizen begannen das Jesuitennoviziat. Der Klimawandel ist noch nicht in Indonesien angekommen, ausser einer kleinen Verspaetung der Regenzeit. Also kein Grund zur Aufregung. 
 
Ich wuensche euch allen Frohe Weihnachten und ein gesegnetes Neues Jahr 2024. 
Karl-Edmund Prier sj

 Ein Leben für die Musik: Immer auf der Suche nach den Perlen

Weihnachtsbrief 2022
Yogyakarta, den 21. Dezember 2022
Liebe Verwandte, Freunde und Bekannte,
Weihnachten steht vor der Tür, das Jahr 2022 geht zuende. Manche von euch habe ich im
vergangenen Sommer getroffen und wir haben z.T. tief religiöse Gespräche geführt über die
Kirche und die Welt. Dank dem 9 EURO Ticket kam ich viel und bequem herum. Aber die Zeit
war eben begrenzt, so dass ich nicht überall anklopfen konnte, wo ich wollte. Ich habe viel
mitgenommen von diesen Begegnungen und Gesprächen z.T. auch per Telefon.
Doch nun friert ihr und hier schwitzen wir. Leider kann ich an diesen Brief keine
Sonnenstrahlen anhängen, oder vielleicht doch? - Bei meiner Reise durch Deutschland
hatte ich den Eindruck, dass viele isoliert sind, mehr als vor vier Jahren. Das Handy ist
wichtiger als der Mitmensch. In Indonesien redet man miteinander, lacht man, auch wenn
einem nicht zum Lachen ist. Und das bringt Sonnenschein ins Leben. Denn positive
Gespräche ermöglichen es, die negativen Eindrücke in einem grösseren Zusammenhang zu
sehen. Und siehe da, alles wird heller und lichter.
Das ist auch der tiefere Sinn unserer Weihnachtskarte, "Seht, Licht kommt in diese Welt.
Seht Christus der mächtige König - liegt in einer armen Krippe."

Ich wünsche euch allen dieses Licht und die Bekanntschaft mit dem König in der Krippe.
Frohe Weihnachten und ein gesegnetes Neues Jahr 2023
Karl-Edmund Prier sj

Weihnachtsbrief 2021

Yogyakarta, den 14. Dezember 2021

Liebe Bekannte und Verwandte,
Als ein Lebenszeichen oder Brücke über Ozeane hinweg schicke ich euch einen Jahresrückblick:
Das Jahr 2021 war trotz Pandemie für mich und mein Team ein Jubeljahr: 50 Jahre Zentrum für liturgische Musik! Allerdings anders als geplant: aus einem grossen Chorkonzert wurde ein  virtuelles Chorkonzert mit 15 Chören aus ganz Indonesien, die uns eine Videoaufnahme zukommen liessen. Aus einer Festmesse im grossen Auditorium wurde eine hl. Messe mit 20 Teilnehmern, die allerdings life via Youtube von hunderten Fans in ganz Indonesien mitgefeiert wurde. - Was bleibt?  Eine reiche Erfahrung über Kommunikationsmöglichkeiten wie Webinar, Verwendung von Youtube Channel, Block, eine neue Homepage u.a.m.; eine Fotoausstellung über 50 Jahre Pusat Musik Liturgi; eine Gedenkschrift mit Beiträgen von ehemaligen Schülern. Dazu kommt die Herausgabe eines lang geplanten Lehrbuchs über "Kontrapunkt" u.a. mit Analysen der Chorsätze von Paul Widyawan, die hierzulande nach wie vor viel Beachtung finden. Stolz sind wir auch über ein virtuelles Seminar für die Teilnehmer unseres Orgelfernkurses, das dank der Technik und hilfreichen Technikern zufriedenstllend ablief.
Natürlich verlief nicht alles reibungslos. Ein Mitarbeiter erkrankte schwer am Coronavirus, wir mussten uns alle untersuchen lassen; unser Nachtwächter starb nach einem kurzen Krankenhausaufenthalt unerwartet, wobei nicht klar wurde warum. Doch Gott sei Dank, blieben die andern Mitarbeiter sowie ich selbst verschont. Zum Glück hat die indonesiche Regierung beizeiten erkannt, dass Impfungen gegen Covid der beste Schutz sind. Und die Leute haben mitgemacht. Auch ich bin  zweimal geimpft. - In diesem Jubeljahr habe ich beinahe alle ehemaligen Mitarbeiter besucht und dabei auch miterlebt, was sie an Freud und Leid erfahren. Umgekehrt werde ich beinahe täglich von Hilfesuchenden und Arbeitslosen besucht: Becakfahrer und Strassenverkäufer, Christen  und Moslems, Alte und Junge. Zum Glück erhielt ich mehrmals in diesem Jahr grössere Spenden von Deutschland, so dass ich tatkräftig und unbürokratisch helfen konnte und helfen kann.
Das Jahr 2021 brachte uns eine echte Bereicherung in Form von einem neuen Mitarbeiter und einer neuen Mitarbeiterin. Die Regeneration unseres Teams ist also voll im Gang. Ich selbst habe mich um einen Jesuiten-Nachfolger bemüht, aber noch keinen gefunden. Doch besteht durchaus die Hoffnung, dass einer oder eine aus unserem Team das Steuer übernehmen wird. Denn Arbeit für die nächsten Jahre gibt es genug: Unser Gebet- und Gesangbuch soll 2025 in einer erneuten Auflage erscheinen. 
Unsere Musikkurse müssen an die erneuerte Technik angepasst werden. Das setzt viel Zusammenarbeit voraus, und hält den Laden in Schwung - wenn nötig auch ohne mich.
Seit 2020 versuche ich nach Deutschland zu reisen. Aber Coronabedingt klappte das noch nicht. Inzwischen habe ich jedoch einen interessanten Ausweg gefunden: ein virtuelles Familientreffen per Google ZOOM. Ich hoffe dennoch, dass es im Juli 2022 daraus ein reales Treffen wird.
Ich wünsche euch allen Gesundheit, FROHE WEIHNACHTEN und ein GESEGNETES NEUES JAHR
 
Karl-Edmund Prier sj
Virtuelles Chorkonzert
Freudensprünge zum Goldenen Jubuläum
Virtuelles Jahres-Seminar
Besuch einer ehemaligen Angestellten
Festmesse im kleinen Kreis, aber mit nationaler Beteiligung
Prüfung fürdie Organisten im Fernkurs

Weihnachtsbrief 2020

Yogyakarta, den 9. Dezember 2020
 
Liebe Bekannte und Verwandte,
Wahrscheinlich geht es euch ähnlich wie mir: ein Jahr geht zuende das ganz anders velief als geplant. Zerschlagene Pläne wie  eine Deutschlandreise mit der Kontrolle meiner Augen und Fuesse, Aufbau des Kinderchores mit einer neuen Chorleiterin und vieles andere mehr.
Aber interessanterweise öffnete gerade dieses Jahr ganz neue Türen: Wir sammelten Pauls Materialien, die er zu den Chorleiterschulungen verfasst hatte sowie seine Artikel für unserer Musikzeitschrift und machten daraus drei Bücher. Da unsere Musikkurse seit April "online" liefen, waren wir gezwungen Lehrmaterialian fürs Handy / den Laptop zu kreieren, z.B. aufwendige Videoaufnahmen von den Üungsstücken unserer Orgelschulen. Um unsere tägliche Morgenandacht in unserem Musikzentrum zu vertiefen, benutzen wir nun jeden Tag einen Psalm, den wir mit traditionellen Musikinstrumenten rhythmisch begleiten. Das bringt eine Menge Erfahrung nicht nur im Umgang mit Psalmen, sondern auch in der musikalischen Gestaltung. Ohne Corona-Virus wäre das alles nicht zustandegekommen.
Doch nicht alles stand unter der Fuchtel von König Corona: am 18. Januar 2020, zum 75. Geburtstag von Paul, veranstalteten wir ein Konzert, zu dem auch viele ehemalige Chormitglieder anreisten. Bei dieser Gelegenheit veröffentlichten wir auch eine Gedenkschrift über Paul. Wenig später, im Februar wurden Peter (mein Mitarbeiter) und ich eingeladen zu einem Chorfestival in Jakarta mit über 20 Chören. Alle sangen Chorsätze von Paul! Eine tolle Sache. Kurz vor Beginn der Pandemie wurde unser Team zu einer Chorschulung in Batam (ganz in der Nähe von Singapur) eingeladen. Pauls Tradition geht also weiter.
Freilich, seit April 2020 änderte sich alles, nicht nur in Deutschland sondern auch in Indonesien. Yogya lebt vom Tourismus. Fast täglich werde ich von Becakfahrern heimgesucht, die kein Einkommen haben; von Müttern, die nicht mehr in der Lage sind, ihre Familie zu ernähren weil die Väter das weite gesucht haben; von Leuten, die das Krankenhaus für ihre Angehörigen nicht bezahlen können. Gott sei Dank, habe ich etliche Male etwas Geld von Deutschand sowie von hiesigen Geschäftsleuten erhalten. Doch es geht meist nicht (nur) um das Geld. Es geht ums Zuhören, um Anteilnahme, um Mut zu machen, um nach vorn zu schauen.
Nach vorn schauen auch wir, denn am 10.-11. Juli 2021 feiert unser Musikzentrum 50jähriges Jubiläum. Wie auch immer sich die Lage verändern wird, wir planen ein Chorfestival hier in Yogya, ähnlich wie im vergangenen Februar in Jakarta. Doch wir möchten auch unsere Fans mit
einbeziehen, die in ganz Indonesien zerstreut sind. ZOOM macht's möglich! Wir sind dabei, ein Net aufzubauen - auch das ist ein "Geschenk des Corona 19 Virus". Denn wer hätte vor einem Jahr an so etwas gedacht. Nach vorn schaue auch ich persönlich, denn die geplante Deutschlandreise ist nicht aufgehoben.
Doch ich möchte nicht schliessen, ohne euch allen ein frohes(!) Weihnachtsfest und Gesegnetes Neues Jahr zu wünschen, ohne Corona-Angst, aber vielleicht mit angenehmeren Überraschungen als heuer.
 
Karl-Edmund Prier sj

Weihnachtsbrief 2019

von Pater Prier
Das Jahr 2019 war kein gutes Jahr, ein Mitarbeiter der ersten Stunde, Paul Widyawan, ist am 10. August von uns gegangen, um nun mit den Engeln im Himmel zu musizieren. Er ahnte allerdings, dass sein Leben zuende gehen wird. So hat er sein Leben sowie sein Erbe in Ruhe geordnet.
Interessant ist allerdings, wie es seither weiterging. Wir bekamen unerwartet Hilfe: Beim Begräbnis von Paul kam eine junge Dame auf uns zu und bot sich an, den Kinderchor zu leiten (in den 90er Jahren hatte sie selbst dort mitgesungen). Das tut sie auch seit September. Das erste Konzert ist am 21. Dezember. Eine andere Dame, die nach ihrem Musikstudium 10 Jahre "verschollen" war, arbeitet nun in unserem Musikzentrum. Sie macht nun eine Zusammenstellung von den Manuskripten Pauls über Stimmbildung, was genau ihr Fach ist. Daraus soll ein Buch entstehen. Von der Katholischen Universität Atma Jaya kam eine Gruppe von vier Dozenten auf uns zu und bot uns an, gratis unsere Website aufzupäppeln einschliesslich zu ermöglichen, dass man unsre Bücher und DVDs 'online' bestellen kann (d.h. diese Arbeit wird von Studenten als Praktikum erledigt). Ebenfalls bei der Beerdigung von Paul äusserten die ehemaligen Chormitglieder von Vocalista Sonora den Wunsch, wieder gemeinsam zu proben. Der Chor hatte ja ein Jahr lang pausiert. Gesagt und getan: am 21.12. singen sie bei meinem goldenen Priesterjubiläum sowie beim Festkonzert an 18.1.20 anlässlich des 75. Geburtstags von Paul.
Damit geht der Blick nun nach vorn: Es geht weiter; nicht nur durch das besagte Konzert, sondern auch durch die Herausgabe von dem reichen noch unveröffentlichen Schatz an Manuskripten, Chorsätzen, Kompositionen Pauls, was uns sicher noch längere Zeit beschäftigen wird. Im Juni wird auch wieder eine Sommerakademie sein mit etwa 50 Chorleitern und Organisten aus ganz Indonesien, wobei die von Paul begonnene Tradition weitergeführt wird. Anmeldungen liegen bereits vor. Die evangelischen Kirche in Mitteljava bat uns, im Juni ein Seminar zu halten, um Gesänge zu komponieren im Stil der Musik von Mitteljava (Semarang). Anfragen zu Chorleiterschulungen sind ebenfalls im Gespräch.
So Gott will, werde ich im Juli wieder nach Deutschland kommen. U.a. um meine Augen kontrollieren zu lassen, um Kontakte zu pflegen, um Ideen zu sammeln. Mir persönlich geht es soweit recht gut. Ich bin in einer lebendigen Hausgemeinschaft von indonesischen Mitbrüdern. Helft mir beten und danken am 21. Dezember, wenn ich mein goldenes Priesterjubiläum feiern darf.
Zum kommenden Weihnachtsfest wünsche ich euch den Frieden und die Freude des Mensch gewordenen Emmanuel, sowie ein gesegnetes Neues
Herzliche Grüsse von der Rückseite der Erde
 
Karl-Edmund Prier sj
17.12.19/gr

 

Paul Widyawan +10.08.19

Yogyakarta, den 15. August 2019
"Ich hatt' einen Kameraden, einen bess'ren findst du nicht,
er ging an meiner Seite in gleichem Schritt und Tritt."
 
Liebe Verwandte und Freunde von Paul Widyawan,
Diese Worte kamen mir in den Sinn, bei dem Versuch euch mitzuteilen, was ich momentan fühle. Wenn man 52 Jahre zusammengearbeitet hat und der Kamerad nicht mehr an der Seite ist, fühlt man dass ein neuer Lebensabschnitt beginnt. Doch was war geschehen?


Seit dem Unterzucker am 29. Dezember 2018 war Paul verändert. Er klagte über Schmerzen im ganzen Körper, Konzentrationsprobleme, Appetitlosigkeit, Hitzewallungen. Die Tabletten der verschiedenen Ärzte brachten keine Besserung. Die Diagnose auf Herzschwäche erwies sich als gegenstandslos. Paul wohnte seit Januar in unserem Zentrum, nahm regen Anteil an unserer Arbeit z.B. bei der Vorbereitung der Chorleiterschulung Anfang Juli sowie für das im Dezember 2019 geplante Konzert des Kinderchores. Zugleich bemühte er sich, "mein Leben in Ordnung zu bringen", wie er sagte. Dazu gehörte sein Haus, das er pro forma an seine Schwester verkaufte, sein Roller und das Auto, das er unserem Zentrum vermachte. Umgekehrt kümmerten sich seine Schwestern, Nichten und Neffen um ihn, brachten ihm täglich das Essen, die Verwandten von Jakarta kamen zu Besuch, um Abschied zu nehmen. Ich sass jeden Tag bei ihm beim Essen. Wir redeten bis er mir dann sagte, jetzt bin ich müde. Er fühlte sich von Tag zu Tag schwächer.
Als ich am 3. August 2019 wegfuhr zu meinen 8tägigen Jahresexerzitien, sagte er mir: Vielleicht sehen wir uns nicht mehr. Ich sagte ihm: Wenn nicht hier, dann sicher drüben. Am 9. August 2019 morgens um 4.30 stürzte Paul und blieb eine Stunde bewusstlos liegen. Um 5.30 raffte er sich auf und fand den Weg zu seinem Bett. Doch als man ihm um 6.30 das Frühstück brachte, meinte er der Sturz sei nicht so schlimm gewesen. Dennoch äusserte er im Lauf des Morgens den Wunsch, mich zu sehen. Peter, ein Angestellter unseres Zentrums holte mich ab. Doch bevor ich in Yogya ankam, fiel er gegen 13.00 ins Koma. Um 14.00 traf ich in der Notaufnahme des Krankenhauses einen sterbenskranken Paul. Er zitterte am ganzen Leib. Der Monitor zeigte grosse Schwankungen des Blutdrucks und des Pulses. Ich dachte dass er jeden Augenblick sterben werde. Ich spendete ihm die Krankensalbung und wir beteten fortwährend für ihn. Ein CT-Scan von seinem Kopf ergab, dass eine grosse Blutung im Kopf war. Der Arzt sagte, da kann man nicht mehr operieren. Mit andern Worten, es war klar, dass er nicht mehr gesund wird. Dank der Infusion war er nun viel ruhiger geworden und schlief. Gegen 17.00 verabschiedete ich mich. Seine Schwester Theresia blieb bei ihm. Sie sang ihm Marienlieder vor und redete ihm ruhig zu, obwohl er noch stets im Koma lag. Um 2.00 morgens (Samstag, den 10.8.19) wurde der Puls schwach und um 2.05 stand das Herz still. Der Arzt stellteden Tod fest. Sofort rief sie mich an. Noch in der Nacht verschickte ich etliche SMS und versuchte meine Leute zusammenzutrommeln. Um 6.00 trafen wir uns in unserem Zentrum und verteilten die Aufgaben. Theresia und Viktor (ein pensionierter Mitarbeiter) hatten im Krankenhaus mitgeholfen, ihm die Kleidung anzuziehen, dier er eigens für seinen Tod vorbereitet hatte. Um 8.00 kam der Sarg vom Krankenhaus. Paul sah gelöst und viel jünger aus. Denn seit Anfang 2019 war sein Gesicht deutlich von seinem Leiden geprägt.
Am 10. August abends war ein Requiem mit über 200 Teilnehmern und am folgenden Tag, Sonntag den 11.August um 11.00 ein weiterer Gottesdienst mit der Segnung und Verabschiedung zum Friedhof. Auch dieser Gottesdienst war sehr gut besucht, nicht nur aber vor allem von ehemaligen Chormitgliedern, die ihm ihren Dank abstatteten.-
Meine Bekanntschaft mit Paul war ein Glücksfall. Denn wenn ich als Ausländer im Alleingang versucht hätte, die indonesische Kirchenmusik umzukrämpeln, hätte ich sicher Gegenwind bekommen, ganz abgesehen davon, dass mir "die Seele" der Indonesier verschlossen geblieben wäre. Umgekehrt hätte Paul als begabter Musiker aber eben als Laie ebenfalls grosse Probleme gehabt, wenn ich ihm nicht Rückendeckung gegeben hätte. Freilich, die Freundschaft verlief nicht immer glatt, denn westliches Denken und östliches Fühlen sind zweierlei Paar Stiefel. Aber gerade das gegenseitige Verstehen und demütige Nachgeben brachte wunderbare und unvergessliche Ergebnisse, für die ich nicht genug dankbar sein kann.
Doch es geht weiter. Interessant war, dass in den letzten Tage mehrere Kondulenten sich anboten, uns zu helfen z.B. als Orgellehrer für 120 Grundschüler sowie als Chorleiterin für den Kinderchor, der im Dezember ein Konzert geben soll anlässlich meines 50jährigen Priesterjubiläums. "Paul hilft uns, indem er uns Leute schickt", sagte mir Peter heute. Interessant. Dann schmort Paul vielleicht doch nicht im Fegfeuer, sondern hat das neue Leben begonnen, nach dem wir uns alle sehnen.

Karl-Edmund Prier sj

"Wir wissen dass wir aus dem Tod
in das Leben hinübergegangen sind,
weil wir die Brüder lieben." (1 Joh 3,14)

 
Liebe Verwandte und Freunde von Paul Widyawan,
Anbei leider eine traurige Nachricht.
Gruss, Karl-Edmund Prier


Weihnachtsbrief 2018

Liebe Freunde und Verwandte,

Eigentlich wollte ich das Jahr 2018 unter das Thema "Der Hirt bleibt bei den Schafen" stellen. Das habe ich ja zum Sultan gesagt, als er mich am 11.2.18 abends im Krankenhaus besuchte; und das ist ja anscheinend auch in den Nachrichten bis nach Deutschland gekommen. Doch im Nachhinein kommt mir das viel zu überheblich vor. Vor kurzem las ich einen Satz von Papst Franziskus der mir mehr zu passen scheint: "Es kann sein, dass man sich als Lamm unter Wölfen findet, aber man darf nicht gegen die Wölfe kämpfen; man muss einfach Lamm bleiben. So wird der Hirte sein Lamm dort finden wo es ist."

" Wölfe" gab es heuer noch mehr: Die Krankheiten von meinem Mitarbeiter Paul; zuerst seine Augenkrankheit, die zum Glück in Deutschland kuriert wurde; dann die Herzschwäche, die schliesslich zum Aus des Chores Vocalista Sonora geführt hat – nachimmerhin 54 Jahren!
Doch ich möchte nicht mit den Wölfen heulen (das würde ja bedeuten mit ihnen zusammenzuarbeiten). Es gab auch echte Lichtblicke: die Gesänge für die Augustinerschwestern in Ketapang (Westborneo), die Paul zu Beginn dieses Jahres komponiert hat und die wir im Juni daselbst mit den Schwestern eingeübt haben; die Chorleiterschulung zusammen mit den Teilnehmern des Organisten-Fernkurses Anfang Juli hier in Yogya mit 64 Teilnehmern; dazu drei Chor- Schulungen im August-September in Mittel- und Ostjava sowie in Südborneo; das Weihnachts-Konzert des Kinderchores Vocalista Divina am 15.12.18. Seit September haben wir einen neuen jungen Mitarbeiter, der neue Ideen in unser Musikzentrum reinbringt, z.B. indem er Youtube-Auftritte organisiert.

Hoffen wir, dass im neuen Jahr weniger Wölfe kommen, dass wir als Lämmer an unserem Platz aushalten, so dass der wahre Hirt uns dort findet und hilft, wo's nötig ist.

Euch allen wünschen wir Frohe Weihnachten

und ein Gutes Neues Jahr.

 

Karl-Edmund Prier Paul Widyawan

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Jesuitenpater Karl-Edmund Prier ist nach dem Attentat vom 11. Februar erstmals wieder zu Besuch in Weinheim / Musik beschert ihm besondere Momente
„ Wir dachten, sowas passiert bei uns nicht"
 
Yogyakarta, den 23. Februar 2018
Liebe Freunde und Verwandte,
Sicher ist bei euch die Nachricht von dem Attentat am 11. Februar in der St. Lidwina-Filialkirche im Dorf Bedog nahe Yogyakarta  angekommen.
Was geschah? Wie gewohnt leitete ich die hl. Messe morgens um ½ 8. Es waren etwa 300 Glaeubige anwesend. Wir waren gerade beim Gloria als im hinteren Teil der Kirche ein Tumult entstand: die Leute verliessen fluchtartig die Kirche. Ich dachte erst an ein Erdbeben, aber die Erde bebte nicht. Als auch der Gesang verstummte hoerte ich Schreien und wurde gewahr was geschah: ein junger Mann mit einem 90cm langen Schwert schlug auf die Leute ein, die z.T. versuchten sich zu wehren, aber dann aus der Kirche liefen. Ich blieb am Altar stehen um die Aufmerksamkeit von den Leuten abzulenken. Mir kam der Satz in Erinnerung: “Wenn der Wolf kommt, bleibt der gute Hirt bei seinen Schafen” (hm). Nachdem die Kirche fast leer war, kam der Angreifer durch den Mittelgang nach vorn mit erhobenem Schwert und “Allahu akbar”-Rufen. Ein junger Mann von 22 Jahren. Ich blieb auf meinem Platz, um zu sehen ob er wirklich auf mich losgehen wuerde. Einen Augenblick fuehlte ich mich wie David gegenueber Goliath. Und das gab mir eine ungeheure Ruhe und Kraft. Vor dem Altar blieb mein Gegner einige Sekunden stehen, um Eindruck auf mich zu machen. Als ich keine Anzeichen von Angst zeigte kam er die Altarstufen herauf und schlug auf mich ein. Ich life immer noch nicht weg, sondern drehte mich um 90 Grad nach rechts, so dass die ersten beiden Schlaege auf meinem Ruecken landeten. Der dritte Schlag traf meinen Kopf. Ich fuehlte, dass ich stark blutete. Erst dann verliess ich den Altarraum. Der Leiter der St. Lidwina-Station kam mir entgegen und sagte: Ich bringe Sie zum Krankenhaus. Dafuer bekam er auch noch einen Hieb von Goliat. Er folgte uns aber nicht sondern koepfte dafuer die Marien- und Herz Jesu statue.
Nachdem ich ausser Gefecht war, kamen einige Glaeubige in die Kirche und versuchten den jungen Mann daran zu hindern, weiter zu randalieren. Sie gingen mit Stangen, Stuehlen u.a.m. auf ihn los. Als nach 10 Minuten die Polizei kam, verwundete er auch den Polizisten (einen Moslem), der ihm daraufhin allerdings ins Bein schoss. Erst dann gab es Ruhe.
Zusammen mit drei anderen Verletzten wurde ich in der Notaufnahme des kath. Krankenhauses recht schnell versorgt: ein Scan des Kopfes zeigte, dass ich ein Loch in der Schaedeldecke habe, das operiert werden musste. Das geschah auch gleich anschliessend. Der Arzt entfernte die Truemmer des Schaedelknochens und gab sie mir anschliessend als Andenken. Er sagte mir aber auch gleich, dass es noch einmal gut gegangen sei, denn die Hirnhaut und das Gehirn seinen unverletzt. Drei Tage lang blieb ich auf der Intensivstation bis die Blutungen aufhoerten, dann hielt man mich noch zwei Tage fest, weil die Blutwerte noch nicht stimmten (Haemoglobin 10 statt 14).  
 
Was ausserdem noch geschah: Am Sonntag (11.2.) Abend erhielt ich in der Intensivstation Besuch vom Sultan, der zugleich der Guberneur oder Quasi-Koenig der Sonderprovinz Yogyakarta ist. Er sagte mir einen Satz, der mir erst im Nachhinein von meinen Mitbruedern ausgelegt wurde: “Entschuldigung, dass das geschah. Ich werde alles tun, dass es sich nicht wiederholt”. Man erklaerte mir, dass es praktisch nie passiert, dass der Sultan / Koenig sich entschuldigt. Aber hier er hat es getan.
Das zweite aussergewoehnliche Ereignis fand am folgenden Montag (12.2.) statt. Die Bevoelkerung von Bedog, die mehrheitlich Moslem sind, saeuberte spontan zusammen mit den Katholiken die Kirche. Nicht nur das. Ein Hadschi besorgte am gleichen Tag noch zwei neue Statuen, ein anderer Wohltaeter spendete eine Alarmanlage, die Kirche wurde neu gestrichen (sie hatte bereits 15 Jahre auf dem Buckel). Das geschah alles  ohne Planung, aber in echter Anteilnahme und als Beweis dass die Toleranz, fuer die sich Yogyakarta immer so gross gemacht hat und die in letzter Zeit stark gelitten hat, immer noch das gemeinsame Ideal ist.
Das dritte Ereignis war ein Gottesdienst in St. Lidwina am 19. Februar, bei dem ich auch anwesend war. Der Bischof segnete die Kirche neu ein; ich berichtete kurz was ich erlebt hatte und dass ich dem Taeter gern verzeihe. Die Kirche war uebervoll (1400 Leute), es war eine echte Freude, was sich am endlosen Haendeschuetteln zeigte.
 
Nun bin ich wieder zu Haus, geh ab und zu ins Musikzentrum, ich habe zwar keine Schmerzen, aber ich fuehle mich noch etwas schwach, wohl wegen dem starken Blutverlust. Doch das gibt sich wieder. Wenn ich gefragt werde, was “die Moral von der Geschichte” ist, dann antworte ich: Keine Angst haben! Denn im entscheidenden Moment kommt die Kraft von oben.
 
Karl-Edmund Prier sj

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Pater Prier aus Klinik entlassen!

 
 

WN v. 13.2.2018 (www.wnoz.de)

Pater Prier bei Anschlag verletzt

Weinheim, 12.02.2018
 
2010 feierte Karl-Edmund Prier im Rahmen des Jubilaeums der Herz-Jesu-Kirche sein 40-jaehriges Priesterjubilaeum in Weinheim. Archivbild: Thorsten Gutschalk
 

Weinheim. Der Weinheimer Jesuitenpater Karl-Edmund Prier ist am Sonntag bei einem Attentat auf der der indonesischen Insel Java schwer verletzt worden. Wie der Jesuitenorden in Deutschland auf seiner Internetseite berichtet, attackierte der Attentäter bei der Sonntagsmesse in Sleman in der Provinz Yogyakarta auch mehrere Gläubige mit einem Samuraischwert.
Die Hintergründe der Tat sind nach Angaben des Jesuitenordens noch unklar; christliche Kirchen seien in Indonesien allerdings häufig Ziel von Anschlägen islamistischer Attentäter.

Attentäter festgenommen

Der 22-jährige Angreifer war in die St. Lidwina-Kirche eingedrungen, wo Pater Karl-Edmund Prier den Gottesdienst feierte. Der Attentäter verletzte den Jesuitenpater am Kopf. Außerdem habe der Täter einer Jesus- und einer Marienstatue den Kopf abgeschlagen. Zunächst hätten Gläubige versucht, den Mann zu stoppen. Schließlich sei er aber von Polizisten angeschossen und festgenommen worden, so der Jesuitenorden in seiner Mitteilung weiter. Die Verletzten wurden ins Krankenhaus gebracht; nach Berichten indonesischer Medien sei ihr Gesundheitszustand stabil.

Nach OP auf Intensivstation

Karl-Edmund Prier liegt nach einer Operation allerdings noch auf der Intensivstation, berichtete am Montag sein Neffe Christian Prier im Gespräch mit unserer Lokalredaktion. Die Familie in Weinheim werde von einem befreundeten Jesuitenpater, der Karl-Edmund Prier bereits im Krankenhaus besuchen konnte, auf dem Laufenden gehalten.

„Er hat die Operation und die Nacht zum Montag zum Glück gut überstanden und ist ansprechbar“, berichtete Christian Prier erleichtert. In asiatischen Medien entdeckte er sogar ein Video, das im Krankenhaus aufgenommen wurde. Dort sei im Hintergrund sein Onkel zu sehen gewesen, wie er gerade mit anderen Menschen spricht.

Seit 1964 in Indonesien

Karl-Edmund Prier ist der Bruder von Rudolf Prier, der gemeinsam mit seinem Sohn Christian in Weinheim einen Groß- und Einzelhandel für Bäder, Heizung, Küchen, Öfen und Werkzeuge führt. Der heute 80-jährige Jesuitenpater lebt seit 1964 in Indonesien, wo er sich der Schaffung einer indonesischen Kirchenmusik widmet, die volkstümliche Melodien und einheimische Instrumente integriert.

Immer wieder zog es ihn in den vergangenen Jahren aber auch zurück in die alte Heimat, um seine Familie zu besuchen und über seine Arbeit in Indonesien zu berichten. Dabei war er auch häufig zu Gast beim Verein „Hilfe zur Selbsthilfe – Dritte Welt“.

2010 Priesterjubiläum in Herz Jesu

2010 feierte Karl-Edmund Prier SJ –die Abkürzung steht für „Societas Jesu“, was übersetzt „Gesellschaft Jesu“ bedeutet – im Rahmen des 100-jährigen Jubiläums der Weinheimer Herz-Jesu-Kirche sein 40-jähriges Priesterjubiläum. Zuletzt war er nach Angaben der Familie 2016 in Weinheim.

„In diesem Sommer will er uns wieder besuchen“, berichtete Christian Prier und fügte hinzu: „Hoffentlich hat er sich bis dahin von dem Anschlag wieder ganz erholt.“ pro

Yogyakarta, September 2017
 Liebe Verwandte und Freunde,
 
Normalerweise schicke ich euch zum Jahresende einen Rundbrief, doch diesmal drängt es mich, ihn schon jetzt auf den Weg zu bringen. Denn in den letzten Monaten ist sehr viel geschehen:
Vor 14 Tagen verstarb plötzlich eine Mitarbeiterin unseres Zentrums, die von Beginn an mit dabei war und bis zum letzten Tag uns mit ihrem Optimismus und ihrer Disziplin begeistert hat. 45 Jahre lang hat sie nicht nur die Finanzen und die Buchhaltung versorgt, sondern mitgedacht auch bei unseren Musikkursen, bei der Herausgabe von Büchern sowie bei den kleinen und grossen Feiern, bei denen sie als gute Köchin ihr Bestes tat. Es war nicht leicht, von ihr Abschied zu nehmen.
 
Der August begann mit dem Asian Youth Day, d.h. Yogyakarta war eine Woche lang Hausherr für Tausende von Jugendlichen von Indien bis Japan und natürlich auch von Indonesien. Unser Zentrum gehörte zu einem der "Exponate", d.h. wir bekamen Besuch von ca. 50 Jugendlichen, die sich für die neue indonesische Kirchenmusik interessierten, einschliesslich für unsere Instrumentensammlung, die sie natürlich auch ausprobieren konnten. Bei der Abschlussmesse am 6. August 2017 wurden nicht nur unsere Gesänge verwendet, sondern auch die entsprechenden Musikinstrumente aus Sumatra, Java, Kalimantan, Timor, Flores. Selbst der Vizepräsedent, der eigens aus Jakarta kam, war davon begeistert.
 
Zum Glück hatten wir im August einen Gast aus USA, eine Studentin, die sich für Inkulturation der indonesischen Kirchenmusik interessiert und darüber auch ihre Dissertation schreiben will. Zumindest bei besagtem Besuch der Jugendlichen in unserem Zentrum konnte sie als Übersetzerin gute Dienste leisten.
 
Im August waren mein Mitarbeiter Paul und ich nach Pekanbaru in Sumatra eingeladen, um 80 Chorleiter und 15 Organisten 3 Tage lang zu schulen. War nicht ganz einfach, denn die Bataker in Nordsumatra sind bekannt für ihre lauten Stimmen; doch laut ist nicht immer schön. Das andere Problem war der Rückflug: wegen einer technischen Störung sassen wir ganze 8 Stunden im Flughafen bis der Flieger abhob. Aber Hauptsache, wir kamen heil nach Yogya.
Der Juli begann mit unserer jährlichen Schulungswoche für die Organisten unseres Fernkurses, zusammen mit Chorleitern. Die Organisation ist nicht immer einfach ist (Unterkunft und Verpflegung, Lehrer für den täglichen Orgelunterricht sowie Prüfungen, Proben für die Abschlussmesse). Aber es ist doch jedesmal für die Teilnehmer und für unser Team ein Fest. Denn es wird den ganzen Tag gesungen und musiziert und zwar nicht schlecht, dank der konsequenten aber auch aufheiternden Pädagogik von Paul.
 
Diese Schulungswoche war zugleich 'deadline' / Zielpunkt für die Herausgabe von einigen Musikbüchern, die schon seit Jahresbeginn in Arbeit waren. Aber ohne einen festen Termin wären sie wohl auch heute noch nicht fertig. Das ist auch sicher das Mitverdienst von zwei neuen jungen Mitarbeitern ("neue Besen kehren gut"), die seit Ende 2016 unsere Mannschaft "regenerieren".
Ende Mai machte unsere Jesuitenkommunität ein paar Tage Urlaub in Bandung / Westjava. Vulkane und historische Orte (1955 fand hier die Bandung-Konferenz von 29 unabhängigen Staaten aus Afrika und Asien statt) sorgten für Entspannung.
 
Doch es gab auch unvorhergesehene und weniger schöne Ereignisse: Ein Teil unseres Archivs wurde von Termiten buchstäblich aufgefressen! Das war nicht nur ein materieller Verlust, sondern bescherte uns viel zusätzliche Arbeit mit dem Aus- und Umräumen, Säubern.
Lm April kam Lndonesien in die Schlagzeilen, weil man dem Gouverneur (Ministerpräsident) des Sonderbezirks Jakarta u.U. nicht verzeihen wollte, dass er als Protestant eine abschätzige Bemerkung über den Koran gemacht hatte. Obwohl die Mehrheit der Bevölkerung ihn schätzte, wurde er bei der Gerichtsverhandlung verurteilt und gleich eingesperrt . Dafür wurden dann tagelang vor seinem Büro Blumen niedergelgt, die ihm freilich auch nicht halfen.
Doch es gab auch angenehme Überraschungen: Von der Zentrale der protestantischen Kirche io Jakarta wurden wir gebeten, die neu komponierten Gesänge für einen nationalen Chorwettbewerb 2018 zu sichten, auszuwählen und zu verbessern. Keine leichte Aufgabe, denn damit ist auch Verantwortung verbunden.
Die andere gute Nachricht: Meine Gesundheit ist ok, das war zum indest das Ergebnis eines medica l checkups aller Jesuiten in Indonesien vor zwei Monaten.
Soweit das Neueste aus Yogyakarta. Viele Grüsse und - so Gott will - bis auf ein Wiedersehen im Sommer 2018 in Deutschland.
 
Herzliche Grüsse von der Rückseite der Erde,
Pater Prier und Paul
 
Weihnachtsbrief 2016